Gedenken an den 9. November 1989: Die Mauer fällt

Der 30. Jahrestag des Mauerfalls erinnert uns besonders an die Ereignisse unserer jüngsten deutschen Geschichte. So gestaltete unter der Leitung von Herrn Müller, Frau Werner, Frau Emmerich, Herrn Kunkel und Frau Geis die BFS Kinderpflege eine kleine Gedenkfeier für die gesamte Schulgemeinschaft im Foyer der Schule.

Unser Schulleiter Herr OStD Trott begrüßte die Schulfamilie und betonte den freudigen Anlass unserer Zusammenkunft: seit 30 Jahren ist die vierzigjährige Teilung Deutschlands Geschichte. Er lenkte unseren Blick auf eine Stellwand, auf der Frau Schlüter auf einer Deutschlandkarte den ehemaligen Grenzverlauf mitten durch unser Land mit Lämpchen eindrucksvoll markiert hat.

Der Verlauf der Grenze zwischen DDR und BRD

Yannick Berres, FK11B, moderierte die Veranstaltung und lieferte uns die wichtigen historischen Fakten. Ein kurzer Rückblick ins Gründungsjahr der DDR 1949 leitete zum ersten Liedvortrag des Chors der drei Berufsfachschulen über: in der DDR-Hymne sollte die Aufbruchstimmung zu einem besseren Deutschland zum Ausdruck kommen.

Zarina Fischer, FK10D als Solistin

Trotzdem verließen immer mehr DDR-Bürger ihr Land. Den Gang der Geschichte nach Ulbrichts Versicherung an die Welt „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, im Originalton eingespielt, spielten die Schüler/innen der FK11A und FK11B nach und bauten aus zu Betonquadern umfunktionierten Kartons diese unüberwindliche Mauer mitten durch unser Foyer. Die beiden Klassen waren nun in „Wessis“ und „Ossis“ geteilt.

Die Mauer wird errichtet

Zur Verdeutlichung des Lebens in der DDR wurden von der FK10A erstellte kurze Videofilme zu den Themen Alltag, Jugendorganisationen, Reisen, Freiheit sowie Kinderbetreuung in der DDR eingespielt. Gegen die Teilung Deutschlands sang auch Udo Lindenberg mit seinem Song „Sonderzug nach Pankow“ an. Für uns rockte diesen die FK10C mit einer fetzigen Version mit Gitarrenbegleitung. Das Saxophon-Intro bliesen die Schüler/innen schmissig auf ihren selbstgebastelten Kazoos. Mit Jan Schüttler trat sogar ein Udo-Double auf.

„Sonderzug nach Pankow“
Jan Schüttler als Udo Lindenberg

Anna Bachmann, FK11B, verdeutlichte uns mit ihrem eindrucksvollen Spiel des Fluchtversuches aus der DDR die Tragik der vielen an der Grenze erschossenen Flüchtlinge, während Anna Schwandtner, FK11B, als Wachsoldatin den Schießbefehl und damit den menschenverachtenden Umgang mit DDR-Flüchtlingen demonstrierte.

Wachsoldatin an der Grenze

Mit dem schönen alten Volkslied „Die Gedanken sind frei“ zeigte der Chor den Wunsch der DDR-Bürger nach mehr Selbstbestimmung und Freiheit auf. Immer mehr Menschen in der DDR demonstrierten mutig für Meinungsfreiheit und Reformen.

Die Mauer aus Westdeutscher Sicht

Der Wind der Wende wehte durch die DDR, der Song „Wind of Change“ wurde zum Sinnbild der Wendezeit, wunderschön vorgetragen in einem weiteren Chorauftritt, gekonnt begleitet vom Gitarrenkurs der Jahrgangsstufe 11 unter der Leitung von Frau Geis. Mit Transparenten und den Rufen „Wir sind das Volk“ setzten die beiden 11. Klassen die friedlichen Demonstrationen in Szene und brachten die Mauer zum Einstürzen. „Wir sind ein Volk“ skandierend zeigten die Schüler diesen überwältigenden Moment der Grenzöffnung. Der Chor zelebrierte die euphorische Stimmung mit Beethovens „Freude schöner Götterfunken… alle Menschen werden Brüder.“

Die Mauer fällt

Deutschland ist wieder ein Land! Was passt da zum Abschluss unserer gemeinsamen Feier besser als unsere vom Chor angestimmte Deutschlandhymne?

Frau Werner, selbst ein Kind der DDR, hat als Studentin hautnah die Wende miterlebt. Die Fachbetreuerin für Sozialkunde mahnt die Schulfamilie, für Freiheit und Demokratie einzustehen. Sie verweist noch auf die von den verschiedenen Klassen gestalteten Stellwände zur Wendezeit und auf die Vitrinen im 1. Stock mit Erinnerungsstücken aus der DDR und Wendeliteratur für Kinder und Jugendliche.

Frau Werner betont die Wichtigkeit von Freiheit und Demokratie

Margit Emmerich, StDin