Wandertag der FE 10B

Wir ziehen an einem Strang!

Am Mittwoch, dem 20.09.2017, begaben sich die Schülerinnen und Schüler unserer neu gebildeten Klasse FE 10 B auf den Weg, um möglichst schnell zu einem guten Team zusammen zu wachsen.

Wir trafen uns am Hauptbahnhof in Aschaffenburg und stiegen von dort gemeinsam in den Bus nach Hobbach. Nach etwa einer Stunde Fahrzeit erreichten wir das Schullandheim Hobbach. Dort wurden wir bereits von unserem Team-Coach erwartet und freundlich in Empfang genommen. Sofort ging es ab in den Hochseilgarten, in dem auch unser Coaching stattfinden sollte.

Doch die Aufgabe, die nun auf uns wartete, war nicht so einfach. In der Mitte einer eingegrenzten Fläche stand ein Safe, in dem uns angeblich ein toller Preis erwarten würde. Das Problem war jedoch, dass der Safe verschlossen und durch einen achtstelligen Zahlen-Code gesichert war. Die einzelnen Zahlen für diesen Code mussten wir uns allerdings erst verdienen, in dem wir in insgesamt acht Aufgaben unseren Teamgeist zu wecken, zu verbessern und zu beweisen hatten. Das erforderte nicht nur Geduld und Zeit, sondern auch einiges an Durchhaltevermögen und Kreativität von uns.

Zu Beginn mussten wir versuchen uns ohne Worte zu verständigen und uns auf diese Weise alphabetisch sortieren. Dies gelang uns schon sehr gut, da wir ja nun schon seit über einer Woche in einer Klasse waren und unsere Namen schon bestens kannten.

Anschließend mussten wir uns hinter dem Rücken unserer Lehrkräfte unbemerkt ein Gummi-Huhn erkämpfen – natürlich ohne, dass diese das mitbekommen. Auch dies gelang uns relativ schnell – wir hatten ja schon neun Jahre Zeit, um diese Fähigkeit zu üben (wenn auch ohne Huhn).

Auch die nächste Aufgabe stellte kein großes Problem für uns dar. Wir mussten dicht zusammen rücken und auf einigen Holzklötzen einige Zeit still stehen ohne den Boden zu berühren. Schnell fanden wir heraus, dass es sehr wichtig ist, sich manche Holzklötze zu teilen, noch enger zusammen zu rücken und wie viel es ausmacht, wenn man sich an jemandem festhalten und ihm vertrauen kann.

Doch die nächste Aufgabe brachte uns fast zur Verzweiflung. Der erste Teil war noch einfach: Wir schrieben gute Vorsätze für das vor uns stehende Schuljahr auf. Begriffe wie Lernbereitschaft, Pünktlichkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Disziplin oder Fleiß kamen wie aus der Pistole geschossen und wurden anschließend auf kleine Zettel geschrieben. Nun wurden sie auf große Bausteine geklebt.

Der zweite Teil der Aufgabe hatte es allerdings in sich. Wir stellten uns gemeinsam im Kreis auf und jeder bekam einen Strang in die Hand. In der Kreismitte war ein Haken mit dem wir die Bausteine aufnehmen und zu einem Turm bauen mussten. Was leicht aussah, entwickelte sich zu einer kleinen Katastrophe. Immer wieder brach der Turm zusammen und wir mussten von vorne beginnen. Immer wieder zog einer von uns entweder zu fest, lies zu locker oder bewegte sich zu schnell für die anderen. Es erforderte einiges an Geduld und Mühe bis wir allmählich begannen, besser miteinander zu kommunizieren, mehr aufeinander zu achten und unser Team als Ganzes in den Blick zu bekommen. Endlich stand der Turm – diese Zahl für den Code hatten wir uns wirklich hart erarbeitet!

Doch dies sollte nicht die letzte schwere Aufgabe für uns sein. Nach einer kurzen Pause erwartete uns eine noch größere Herausforderung. Wir mussten als geschlossene Gruppe über ein dünnes Drahtseil balancieren ohne jedoch die anderen aus dem Blick zu verlieren oder selbst wieder auf dem Waldboden zu landen. Die Ersten hangelten sich leichtfüßig und ohne Mühe über die die Seile und waren bereits nach kurzer Zeit am Ziel angekommen. Das war jedoch nicht der Sinn der Übung!

Wir mussten gemeinsam und alle das Ziel erreichen – ohne jemanden alleine stehen zu lassen oder zu vernachlässigen, ohne nur auf sich selbst zu schauen. Mit Hilfe unseres Team-Coach gelang es uns ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann es gilt selbstbewusst und mutig vorwärts zu gehen, wann man selbst Hilfe annehmen oder einfordern sollte und wie wir mit unseren Stärken und Schwächen sinnvoll umgehen können. Zu guter Letzt konnten wir so doch noch die vorletzte Zahl für den Code ergattern.

Die letzte Zahl gab es dann am Safe, wozu jedoch erst wieder Kreativität und auch ein wenig Sportgeist erforderlich waren. Mit vereinten Kräften spannten wir ein Seil über dem Safe, an dem sich eine von uns zum Safe vorarbeitete. Dort angekommen bekamen wir endlich die letzte Zahl und konnten den Safe öffnen.

Doch den erhaltenen Preis kann man nicht mit dem aufwiegen, was wir heute gelernt haben – in einer Gruppe muss man an einem Strang ziehen, um das Ziel zu erreichen. Alles andere funktioniert nicht!

Müde machten wir uns auf den Weg nach Hause.