Gelebtes Miteinander: Staatliches Berufliches Schulzentrum erhält das „Schulprofil Inklusion“

Gelebtes Miteinander: Staatliches Berufliches Schulzentrum und Johannes-de-la-Salle-Berufsschule erhalten das „Schulprofil Inklusion“

München, Aschaffenburg: Das Konzept der Inklusion beschreibt eine Gesellschaft, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt an dieser teilhaben kann – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen. Inklusive Bildung zielt im Wesentlichen auf die Wertschätzung der Vielfalt. Durch Bereitstellen von speziellen Mitteln und Methoden werden einzelne Lernende besonders unterstützt und gefördert.

Rahmenprogramm bei der Auszeichnung der Inklusionsschulen durch Kultusminister Bernd Sibler und Staatssekretärin Carolina Trautner.

Seit dem Schuljahr 2012/13 arbeiten die Johannes-de-la-Salle-Berufsschule und das Staatliche Berufliche Schulzentrum in Aschaffenburg bereits zusammen. Die Kooperation wurde ins Leben gerufen, da sich immer mehr Schülerinnen und Schüler mit gesteigertem Förderbedarf an den Berufsfachschulen bewerben: Ausbildungsabbrüche nehmen zu, die Leistungsmotivation sinkt aufgrund von Misserfolg, sozial-emotionale sowie psychische Probleme treten in den Vordergrund und die Schülerschaft ist im Allgemeinen sehr heterogen. Begegnet wird diesen Schwierigkeiten seither vermehrt durch die Aufteilung von Klassen in differenzierte Leistungsgruppen, speziellen Förderunterricht, eng begleitete Gruppenarbeiten,
angepassten Einsatz vielfältiger Arbeitsformen,
Team-Teaching und gemeinsame Konzeption
von Lerneinheiten und Schulaufgaben im Lehrerteam.

 

Um das gemeinschaftliche Lernen von jungen Menschen mit oder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf zu fördern, baut das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus das Netz der Schulen mit dem Profil Inklusion in ganz Bayern aus. Interessierte Schulen erhalten nach einer erfolgreichen Bewerbung, im Zuge derer sie ihr Konzept vorstellen und prüfen lassen müssen, besondere Hilfen: Mehr bezahlte Lehrerstunden, Gelder für Fortbildung und ein erhöhtes Stundenbudget für den Mobilen sonderpädagogischen Dienst (MSD). Das sogenannte „Tandem“, das aus der Johannes-de-la-Salle-Berufsschule und dem Staatlichen Beruflichen Schulzentrum besteht, beschloss daraufhin, die bisher sehr positive und fruchtbare Zusammenarbeit auszuweiten und bewarb sich für die Fördermaßnahme. Die Bewerbung war beim zweiten Mal von Erfolg gekrönt.

Schulleiterin Uta Seitz und Schulleiter Dieter Trott empfangen die Urkunden.

Im Rahmen einer Feierstunde verliehen Kultusminister Bernd Sibler und Staatssekretärin Carolina Trautner in München 58 neuen Schulen aus ganz Bayern Urkunden für die besondere Förderung der Inklusion. Damit ist die Anzahl der Schulen (aller Schularten), die dieses Profil ausgebildet haben, zum aktuellen Schuljahr auf 356 angestiegen. Kultusminister Bernd Sibler betonte: „Bei der Inklusion setzen wir auf vielfältige Konzepte und Förderorte. Inklusion gehört in vielen Schulen längst zum Schulalltag dazu. Sie alle unterstützen vorbildlich das gemeinsame Lernen von jungen Menschen mit oder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf“.

Auch Staatssekretärin Trautner würdigte das große Engagement: „Gemeinsam mit allen Beteiligten wollen wir das Miteinander an den Schulen stärken. Die Lehrerinnen und Lehrer an den Profilschulen leisten dabei einen wertvollen Beitrag. Dafür ein herzliches Dankeschön!“

Christine Köhler