Beschäftigungsprojekt 2017

 

SINN(e)voll – BESCHÄFTIGEN

Vom 20. bis 26. Oktober 2017 erlebten und erarbeiteten sich die Schüler und Schülerinnen (im Folgenden wird aufgrund der Leserlichkeit auf die weibliche Form verzichtet) der Berufsfachschule für Sozialpflege verschiedene Beschäftigungsangebote. In der Regel wird der Beruf des Sozialbetreuers mit pflegerischen Aufgaben verbunden. Aber auch das Beschäftigen von Senioren und/oder Menschen mit Behinderung ist ein Teilgebiet dieses Berufs. Ziel dieser Projektwoche war, den Schülern das zweite Standbein ihres Berufs näherzubringen. Die Schüler der 11. Jahrgangsstufe hatten die Aufgabe, für ihre Mitschüler/-innen der 10. Jahrgangsstufe Workshops vorzubereiten und durchzuführen.

Dazu waren am Freitag, dem 20. Oktober 2017 vier verschiedene Experten geladen, die den Schülern verschiedene musische Beschäftigungsbereiche vorstellten. So erlernte ein Teil der Schüler der 11. Jahrgangsstufe die Rumba. Dieser erotische lateinamerikanische Tanz schulte das Einlassen auf einen Partner. Ein weiterer Teil konnte sich selbst im Improvisationstheater kennenlernen und traute sich danach, sich vor einer Gruppe zu präsentieren. Mit unterschiedlichen Naturmaterialien beschäftigte sich die dritte Gruppe. Es entstanden Collagen, Windlichter und verschiedene Kränze. Letztere schmücken zurzeit das Schulhaus herbstlich. Musik und Body-Percussion war das Thema der vierten Gruppe. Den eigenen Körper als „Musikinstrument“ einzusetzen war eine spannende Herausforderung.

Passend zum Projektthema SINN(e)voll BESCHÄFTIGEN galt es nun, sieben Workshops mit Inhalt zu füllen: „Essen & Trinken“, „Kunst & Kreativität“, „Rhythmus & Klang“, „Natur & Farben“, „Ruhe & Entspannung“, „Spiel & Spaß“ sowie „Tanz & Bewegung“. Von den Eindrücken des Tages begeistert, wählten die Schüler einen der Workshops. Danach durften sich alle in das Wochenende verabschieden.

Den Montag und Dienstag der folgenden Woche verbrachten die Schüler damit, sich einen Workshop zu erarbeiten. Dazu einigten sie sich auf ein Thema, bereiteten die Inhalte für ihre Mitschüler auf und überlegten sich einen Ablaufplan. Viel zu schnell waren die Vorbereitungstage vorbei und die Schüler der 10. Jahrgangsstufe kamen motiviert zu den Workshops.

Im Folgenden stellen sich die Workshops selbst vor.

Obst! Obst! Obst! Die Schüler des Workshops „Essen & Trinken“ waren sich schnell darüber im Klaren, dass es in ihrem Workshop etwas zum Essen geben sollte. Nach einer kurzen Ideensammlung stand fest: „Wir machen Obstspieße“. Die Obstspieße waren das „Herzstück“ des Workshops. Verschiedene Obstsorten wurden unter Anleitung von den Schülern der 10. Jahrgangsstufe geschält, gewürfelt, aufgespießt und mit Schokolade, Kokosraspeln und Zuckerstreuseln verziert. Mmmh – sehr lecker. Passend zum Thema Obst durften die Gäste als Einstieg zwei verschiedene Smoothies testen. Die einzelnen Obstsorten zu schmecken war schon eine größere Herausforderung. Das Spiel „Montagsmaler“ rundete die Beschäftigung schließlich ab. Während die Obstspieße aufgegessen wurden, machte das Raten von Begriffen zum Thema „Essen & Trinken“ sichtlich Spaß.

Bevor die Zehntklässler erfuhren, dass ein Teelicht gestaltet werden würde, überlegten alle gemeinsam, welche Begriffe sie mit „Kunst & Kreativität“ verbinden. So in das Thema „Kunst & Kreativität“ eingeführt, waren die Schüler hoch motiviert, Teelichtgefäße aus Pappmaché herzustellen. Dazu war das Pappmaché angerührt und verarbeitungsfertig geknetet worden, die Schüler hatten somit ausreichend Zeit, selbst kreativ zu werden. Für die Teelichtgefäße umhüllten die Schüler einen Luftballon. Anschließend konnten mithilfe von Plätzchenausstechern Fenster in die Masse geschnitten werden. Nach dem Trocknen wurden die Teelichtgefäße im regulären Unterricht bemalt.

„Rhythmus & Klang“: Viele Menschen sind bei musikalischen Aktivitäten zunächst einmal gehemmt, weil sie sich vor einer Blamage fürchten. Daher bestand ein Ziel unseres Workshops darin, derartige Hemmungen abzubauen. Wir begrüßten die Schüler der 10. Klassen mit einer einfachen Bodypercussion zum Lied „We will rock you“. Dies lockerte die Stimmung und weckte Neugier auf den weiteren Verlauf des Workshops. Schritt für Schritt brachten wir den Teilnehmern eine anspruchsvolle Bodypercussion zum Lied „Stadt“ bei. Als letzte Steigerung wurde das Stück von allen gesungen und mit den „Körper-Schlagzeugen“ begleitet. Zum Abschluss erarbeiteten wir mit den Schülern der 10. Klassen, ob und wie sich die Workshop-Inhalte auf die Beschäftigungen in den Praxiseinrichtungen übertragen lassen.

Projektarbeit lebt von kreativen Schülerideen! Das mussten auch wir Lehrer in unserem Workshop „Natur & Farben“ feststellen. So ganz anders als in den eigenen Vorstellungen wurde der Workshop gestaltet. Und das war gut so. Die Schüler teilten sich nach den ersten, für manche zu langwierigen, Entscheidungsprozessen in drei Gruppen ein und verschafften den 10. Klassen einen Einblick in den Farbkreis. Dabei konnten sich alle gut einbringen und Neues erfahren. Nach geglückter Überleitung gestalteten die Schüler mit der Spritztechnik tolle Windlichter aus Papiertüten. Als Abschluss „erwürfelten“ sich die Schüler der 10. Jahrgangsstufe Fragen zu Farben, Motiven, dem praktischen Nutzen und zum Feedback für unsere Gruppe. Die Anleitung der einzelnen Aktionen wurde immer offen und ehrlich reflektiert und so konnten sich die Schüler der 11. Klassen souverän präsentieren. Toll gemacht!

In dem Workshop „Ruhe & Entspannung“ bekamen die Schüler einen Eindruck von der Geruchswahrnehmung sowie der visuellen, auditiven, taktilen und kinästhetischen Wahrnehmung. Sie erfuhren, wie sie in ihrem späteren Berufsleben ihre Klienten gezielt fördern können. Die Selbsterfahrung weckt die Möglichkeit, eigene Beschäftigungen und Gestaltungsideen zu kreieren und später umzusetzen.

Unser Workshop „Spiel & Spaß“ wurde als dreiteilige (Inter-)Aktion von den Schülern entwickelt. Es geht im Grundsatz um Sinneserfahrungen und um Teamarbeit unter dem Motto Spiel und Spaß. Als Einstieg wurde ein Teambildungsspiel (Knotenspiel) gewählt, um gleich zu Beginn eventuelle Hemmschwellen ab- und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Blind wurde von allen Schülern mit den Händen ein großer menschlicher Knoten gebildet, der am Ende unter teilweise akrobatischem Körpereinsatz aufgelöst wurde. Den Hauptteil bildete das Spiel Tabu, hier aus den Teilen bestehend: Montagsmaler, Pantomime, Wer bin ich, Sag nicht.

Zum Abschluss sollten nochmals die Sinne angeregt werden, dies bei einem menschlichen Memory. Hier ging es um das Erkennen von Paaren mit gleichen Bewegungen.

Die Rumba ist ein lateinamerikanischer Tanz, der aus Kuba stammt und im 19. Jahrhundert entstanden ist. Sie war das Zentrum des Workshops „Tanz & Bewegung“ und wird im Vierviertel-Takt. Wir haben die vorerst leicht zögerlichen Zehntklässler im Grundschritt der Rumba, im Damensolo und in der Promenade angeleitet. Schnell ist ihnen der Rhythmus ins Blut übergegangen und es konnte recht flüssig getanzt werden. Zu aktuellen und typisch lateinamerikanischen Klängen bewegten wir uns mit abwechselnden Partnern durch unseren mit Lichterketten und Tüchern dekorierten Raum. In dem Projekt konnten wir unser Feuer für das Tanzen entfachen und die Schüler der 10. Klassen zu einer rhythmischen und stimmungsvollen Beschäftigung anregen, die so der ein oder andere ohne uns niemals gemacht hätte.